DESMODROMIK: DAS KANN NUR DUCATI
Oft gehört, selten erklärt: Desmodromik – ein fixer Bestandteil jedes Ducati-Motors von der Monster bis zu Casey Stoners MotoGP-Motorrad. Worum geht´s? Um eine kontrollierte Steuerung der Ein- und Auslassventile, bei der ein Kipphebel das Ventil öffnet und ein anderer es wieder schließt. Das ist simpel und klingt logisch, doch im herkömmlichen Motor wird es anders gemacht: dort gibt es nur einen Öffner, das Schließen des Ventils besorgt eine eher altmodische Spiralfeder. Schön und gut für den Alltagsbetrieb, aber problematisch wenn es um Leistung geht. Denn je höher die Drehzahl, desto problematischer die Trägheit und das Eigenleben der Spiralfeder, das bis zum gefürchteten Ventilflattern führen kann, bei dem die Feder einfach nicht mehr nachkommt. Dazu kommen Leistungsverluste, denn die Kraft, mit der die hoch vorgespannte Feder komprimiert werden muss, kostet einige PS und dieser Effekt steigt mit echter Leistungssuche exponenziell an.
Anders die Desmodromik, der hohe Drehzahlen nichts anhaben können: ein Kipphebel öffnet, einer schließt, auch bei 14.000 U/min. Verlässlich und ganz locker, ohne inneren Widerstand. Ein Desmo-Ventiltrieb lässt sich sogar mit der Hand durchdrehen! Damit sind extreme Steurzeiten möglich und es sinken Benzinverbrauch und auch die Spülungsverluste. Diese entstehen in der unvermeidlichen Zeit der Ventilüberschneidung, in der Ein- und Auslassventile gleichzeitig offen stehen und das potente Frischgas mit wertlosem Abgas vermischt wird. Kaum zu glauben: selbst pneumatisch unterstützte Ventilsteuerungen, wie sie sich gerade in der MotoGP ausbreiten, kommen in dieser Liga nicht an die gute, alte Desmodromik heran! Und nebenbei bemerkt, führt ein Ausfall der Pneumatik zu einem kapitalen Motorschaden.
Nachstehend ein Vergleich von Steuerzeiten mit den unterschiedlichen Ventiltrieben:

Desmo – ein geniales Prinzip, das sich im Lichte der MotoGP-Erfolge immer mehr Respekt erarbeitet und verdient. Es hat die Wüsten-Cagivas von Edi Orioli & Co zuverlässig aufs Dakar-Podium geführt. Es hat Mercedes-Benz 1954 und 1955 mit dem W196 zum Formel 1 Weltmeister gemacht, (angetrieben von einem 2,5-l-Desmo-Reihenachtzylinder). Es hat die Superbike-Legenden Fogarty und Bayliss zu ihren WM-Siegen begleitet. Es hat Casey Stoner zum WM-Titel geführt. Und es steckt in jeder einzelnen Ducati, die das Werk in Bologna verlässt. Es wird auch in Zukunft ein Garant für zuverlässige Leistung bei geringem Spritverbrauch bleiben, ob im Rennsport oder in der Serienproduktion.















