KURBELWELLE - Gegenläufig gedreht - verbessertes Handling!

KURBELWELLE

Gegenläufig gedreht - verbessertes Handling!

Üblicherweise dreht die Kurbelwelle bei Serienmotorrädern in der gleichen Richtung wie die Räder. In der MotoGP dominieren stattdessen in entgegengesetzter Richtung laufende Kurbelwellen, weil sie zwei Aspekte der Fahrdynamik positiv beeinflussen: Die gyroskopische Wirkung und die Massenträgheitskräfte. Die Minimierung des gyroskopischen Effekts verbessert das Handling und macht das Motorrad vor allem bei Richtungswechseln im Hochgeschwindigkeitsbereich agiler. Der zweite Vorteil betrifft die Massenträgheit. Beim Beschleunigen wirkt das Antriebsdrehmoment einer herkömmlich drehenden Kurbelwelle nach oben und erhöht die Wheelie-Neigung. Die rückwärts drehende Kurbelwelle produziert dagegen eine gegenläufige Kraft, die die Front des Motorrades nach unten zwingt und dadurch die Wheelie-Tendenz reduziert. Analog agiert das Motorrad im beim harten Bremsen. Die Kurbelwelle wird abbremst und erhöht die Tendenz zum abheben des Hinterrads, wird wiederum eine entgegengesetzte Kraft erzeugt, wirkt dies einem steigenden Hinterrad entgegen. Eine gegenläufig rotierende Kurbelwelle verbessert also das Fahrverhalten beim Beschleunigen und beim Bremsen. Wegen dieser Vorzüge haben sich die Ducati Entwickler beim Desmosedici Stradale für diese Highend-Lösung entschieden. Natürlich erfordert diese Bauart eine zusätzliche Zwischenwelle (Umkehrwelle), damit Getriebe und das Hinterrad in der richtigen Drehrichtung, also vorwärts, bewegt werden. Die Umkehrwelle als zusätzliches Bauteil der Kraftübertragung muss bei der Ermittlung von Motorleistungsdaten an der Kurbelwelle mit einkalkuliert werden, sofern die Messung über das Hinterrad erfolgt. Auf Rollenprüfständen uss deshalb ein besonderer Korrekturfaktor eingerechnet werden, der mit 0.98 fixiert ist.